Protect - die Traumasprechstunde in der Zentralen Erstaufnahme für Flüchtlinge  
 

Seit März 2014 gibt es das Projekt PROTECT. Es startete in der Schnackenburgallee, eine der großen Zentralen Erstaufnahmeeinrichtungen (ZEA) für Flüchtlinge in Hamburg mit inzwischen 2400 Plätzen. Dort wurde zunächst an einem Vormittag in der Woche, inzwischen an drei Vormittagen in der Woche eine Traumasprechstunde angeboten. Weitere Standorte von fördern und wohnen folgten. Inzwischen arbeiten an allen Standorten insgesamt 8 Therapeutinnen.

In diesen Traumasprechstunden ist keine Zeit für eine umfassende Therapie. Es dient vor allem der Stabilisierung durch Aufklärung und Einordnung der Symptome, die ohne ein Verständnis von typischen posttraumatischen Symptomen zusätzlich stark verunsichernd sind. Nur im Ansatz können in der kurzen Zeit, die es für jeden gibt, traumatherapeutische Interventionen durchgeführt werden. Manchmal ist es wichtig, Menschen zu motivieren, sich durch Medikamente zu stabilisieren, denen gegenüber kulturbedingt gelegentlich viel Misstrauen entgegengebracht wird. Auch gibt es zuweilen Vorbehalte gegenüber Psychotherapie, da es diese in dieser Form in manchen Ländern nicht gibt. Oft ist es so, dass wenn die eigentliche therapeutsiche Arbeit eigentlich richtig gut beginnen könnte, weil alles störende aus dem Weg geräumt wurde, die im Durchschnitt zur Verfügung stehenden 5 Stunden schon vorbei sind.

Einige der in den ZEAs arbeitenden Therapeutinnen sind auch ausgebildet, mit Kindern zu arbeiten. So kann es vorkommen, dass auch Kinder in der Traumasprechstunde behandelt werden.

Um einen Einblick zu erhalten, lesen Sie gerne den Erfahrungsbericht unserer Kollegin Christa Reinhardt. (Erfahrungsbericht Traumasprechstunde in der Zentralen Erstaufnahme in HH.pdf)